„Als Freund hinzufügen? Privatsphäre bei Facebook“…

19. Mai 2009

… ist der Titel eines Artikels, der in der aktuellen Ausgabe der Kompetenz (5-6/2009, S.22f.), des Mitgliedermagazins der GPA-djp erschienen ist.

Facebook-Privatsphäre-Kompetenz

Facebook liegt im Trend. Immer mehr NutzerInnen greifen auf die Möglichkeiten der Vernetzung und Kommunikation in der virtuellen Welt des Internet zurück. Die vielfältigen Formen seiner Weiterentwicklung zum sogenannten Web 2.0 unterstützen diese Prozesse – und ziehen immer mehr User in seinen Bann.
Kommunikation im Rahmen virtueller Netzwerke geht in jedem Fall mit Informations- und Datenaustausch einher. Wo persönliche bzw. personenbezogene Daten im Spiel sind, treten auch Fragen des Privatsphärenschutzes ins Zentrum der Betrachtungen. Dies umso mehr, da die NutzerInnen von Plattformen wie Facebook in der Regel eine Vielzahl an personenbezogenen Daten zur Verfügung stellen und damit auch veröffentlichen, sich der möglichen Konsequenzen dieser Veröffentlichung jedoch nicht bewusst sind.

„Das Bedürfnis nach Informationsaustausch, dem Facebook nachkommt, prallt mit den Privatsphärenbedürfnissen der NutzerInnen zusammen. Der Datenaustausch
begünstigt Vernetzung und Informationsvielfalt. Daten ins Internet zu stellen heißt aber auch, sie zu veröffentlichen. Das Internet wirkt zudem wie ein Langzeitgedächtnis,
in dem Daten auf Dauer gespeichert sind“.

Bei all den gebotenen neuen Möglichkeiten der Kontaktaufnahme, der Informationsbeschaffung und des Austausches sollte daher der Notwendigkeit eines bewussten Umganges mit der eigenen Selbstpräsentation im Internet zunehmend Beachtung geschenkt werden. Das gilt besonders hinsichtlich des Auftretens gegenüber(künftigen) Arbeitgebern – die Fälle, in denen die Internetpräsenz von MitarbeiterInnen und BewerberInnen zum Problem wurde mehren sich.

  • „Kündigung nach Facebook-Besuch im Krankenstand“ berichtet „Die Presse.com“ von einem Fall in der Schweiz.
  • Wie hier bereits mehrfach berichtet setzen sich die Gewerkschaften für die Regelung diebezüglicher Fragen ein, beispielgebend die UNI-Europa P&MS mit dem Kodex „Online rights at work – A UNI Code of Practice“ (Entwurf). Derzeit ist allerdings noch nicht absehbar, wann entsprechende Regelwerke hier in der Praxis greifen werden.
    Kompetenzcover Maii 09Bei aller Unterstützung in fragwürdigen Fällen, die die GPA-djp ihren Mitgliedern anbietet, ist dennoch jede/r einzelne UserIn aufgerufen, alle Möglichkeiten zum Schutz seiner/ihrer eigenen Privatsphäre zu nutzen – und Facebook stellt hier mehr Optionen bereit, als vielen bewusst ist.  Einige grundlegende Hinweise dazu finden sich im oben zitierten Kompetenz-Artikel. Für weitere Hinweise sowie insbesondere bei Fragen der Regelung des Umgangs mit Web 2.0-Anwendungen im betrieblichen Kontext können Sie gerne auch mit uns, Abt. Arbeit und Technik, Kontakt aufnehmen.

    Links zum Thema:

  • Elke Radhuber: „Web 2.0. Virtuelle Kommunikation“, aus der VÖGB-Skriptenreihe „Soziale Kompetenz“.
  • Aktuelle Broschüre der Arbeiterkammer zum sorgsamen Umgang mit persönlichen Daten im Internet: „Facebook, Myspace & Co. Soziale Netzwerke im Internet, Analyse und Tipps.“
  • Aktueller PC Welt-Artikel: Die richtigen Sicherheitseinstellungen für Facebook.
  • „Privatsphäreschutz in Soziale-Netzwerke-Plattformen“, Studie des Frauenhofer-Institut für Sichere Informationstechnologie SIT.
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    „Web 2.0 and Online Rights“ – Fortsetzung in Wien

    18. März 2009

    Wie im Dezember 2008 von der Konferenz in Tallinn berichtet, beschäftigt sich die UNI-Europa P&MS in einem ihrer Projekte mit dem Thema „Web 2.0 and Online Rights“.

    Im Rahmen des Projektes fand bereits am 5. und 6. März in Wien eine Folgekonferenz organisiert von der GPA-djp-Interessengemeinschaft work@professional statt, an der rund 20 GewerkschafterInnen aus verschiedenen europäischen Ländern teilnahmen.

    Hier eine kurze Dokumentation in Form einer Linksammlung:


    Web 2.0 im betrieblichen Kontext: Unternehmen 2.0

    22. Dezember 2008

    In ihrer August/September-Ausgabe dieses Jahres widmete sich Zeitschrift „Computer und Arbeit“ den Entwicklungen rund um Web 2.0 mit besonderem Fokus auf die Auswirkungen in Unternehmen. Hat schon das Internet an sich zu einer Veränderung betrieblicher Prozesse von den Kommunikationsstrukturen bis hin zu einzelnen Arbeitsschritten geführt, so befinden wir uns mit den unter dem Begriff „Web 2.0“ zusammengefassten Anwendungen (Social Software ala Myspace, Facebook und Flickr, Wikis, Weblogs etc.) in der nächsten Entwicklungsphase.

    „Was früher als Web-2.0-Phänomen abgetan und nur von wenigen Internet-Enthusiasten betrieben wurde, ist heute ein integraler Bestandteil der Internet-Kultur und lässt sich aus dem Web-Alltag nicht mehr wegdenken. Blogs haben schon längst einen großen Teil der herkömmlichen, persönlichen ‚Homepages‘ abgelöst. Für immer mehr Unternehmen ist das eigene Weblog zudem ein zentraler Bestandteil der internen und externen Unternehmenskommunikation.“ (Dominic Brander: T3BLOG. Neue Blog-Extension für TYPO3, in: T3N – Open Source & Web, Nr. 14)

    Der Einsatz der neuen Anwendungen nimmt auch im betrieblichen Kontext in einem Maße zu, dass bereits vielfach vom „Unternehmen 2.0“ die Rede ist – ein Term, der zwar nicht präzise ist, aber unter dem die aktuellen Entwicklungen diskutiert werden. Diese Entwicklungen wirken sich insbesondere auf Kommunikations- und Kooperationsprozesse aus, und können auch erhebliche Weiterentwicklungen der Organisations- und Managementstrukturen anstoßen.

    Wesentliche Ankerpunkte dafür stellen vor allem die Herausforderungen an das betriebliche Wissensmanagement und die effiziente Gestaltung der Kommunikation im Betrieb dar (so kürzlich auch von Martin Leyrer auf Die Presse.com/Tech & Science thematisiert). Dabei machen die ursprünglich nicht im betrieblichen Kontext entstandenen technischen Anwendungen häufig erst auf neue Gestaltungsmöglickeiten und den Einsatz im Unternehmen aufmerksam. Viele der dafür in Frage kommenden Anwendungen werden sozusagen sukzessive in die Betriebe importiert, und nicht unbedingt speziell für den betrieblichen Einsatz entwickelt, wie dies die bisher übliche Praxis bei IT-Lösungen war.
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    Web 2.0 and Online-Rights

    3. Dezember 2008

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    Web 2.0 – das Stichwort gehört derzeit wohl zu den meist behandelten und diskutierten. Die Entwicklungen, die in diesem Zusammenhang stehen, werden vor allem aus zwei Gründen auch für Gewerkschaften zu einem bedeutenden zum Thema:

  • Auf der einen Seite sind es die Veränderungen in den Unternehmen (Stichwort „Unternehmen 2.0“), in denen Web 2.0-Anwendungen zur Neugestaltung von Kommunikationsprozessen und für das innerbetriebliche Wissensmanagement herangezogen werden. Dies hat Auswirkungen auf die Arbeitsgestaltung, die Möglichkeiten der betrieblichen Mitbestimmung, aber auch auf Fragen des Datenschutzes und der MitarbeiterInnenüberwachung – allesamt Kernthemen von Arbeit&Technik.
  • Auf der anderen Seite eröffnen Web 2.0-Anwendungen neuartige Möglichkeiten der Bereitstellung von Informationen, der Vernetzung und des Austauschs. Sie bieten sich zum Aufbau von „Gegenöffentlichkeit“ an: im Betrieb („Betriebsrat 2.0“) und auf gesellschaftlicher, insbesondere politischer Ebene bei der Vertretung bei der Vertretung von ArbeitnehmerInneninteressen („Gewerkschaft 2.0“).
  • Die von der UNI-Europa veranstaltete Konferenz „Web 2.0 und Online-Rechte“ vom 03.-05.12.2008 in Tallinn befasst sich mit diesen Entwicklungen. Den Rest des Beitrags lesen »