Liebe Arbeit&Technik-Interessierte!
Der Arbeit&Technik-Blog ist auf einen ÖGB-eigenen Server umgezogen und nunmehr unter der folgenden Adresse zu finden:
http://blog.gpa-djp.at/arbeitundtechnik/
Wir sehen uns!
Liebe Arbeit&Technik-Interessierte!
Der Arbeit&Technik-Blog ist auf einen ÖGB-eigenen Server umgezogen und nunmehr unter der folgenden Adresse zu finden:
http://blog.gpa-djp.at/arbeitundtechnik/
Wir sehen uns!
Dass es eine Reihe von Gründen für Gewerkschaften und Arbeiterkammern gibt, sich eingehend mit betrieblichem Datenschutz zu beschäftigen, habe ich bereits in der Veranstaltungsankündigung festgehalten. Die starke Resonanz, die die Veranstaltung erzeugt hat, bestätigt die Einschätzungen: Rund 150 TeilnehmerInnen sind am Mittwoch, 25.11.2009, in die GPA-djp, Vista 3 gekommen, um sich zum Thema zu informieren bzw. auszutauschen.
Die Bundesgeschäftsführerin der GPA-djp, Dr. Dwora Stein, stellte gleich eingangs im Rahmen ihrer Begrüßungsrede die wichtigsten Forderungen der ArbeitnehmerInneninteressenvertretung zum Datenschutz klar:
Dr. Thomas Petri, bayrischer Landesbauftragte für den Datenschutz, gewährte anschließend einen Blick in die „Datenschutzlandschaft“ Deutschlands. Im Vergleich zu Österreich ist die gesetzlich festgelegte Institution eines betrieblichen Datenschutzbeauftragten in Deutschland bereits seit einiger Zeit Realität und hat sich auch eindeutig bewährt, darüber besteht ein breiter Konsens. Den Rest des Beitrags lesen »
Eine von der AK Wien und den Fachgewerkschaften (u.a. GPA-djp) in Auftrag gegebene Studie belegt, dass es in österreichischen Unternehmen immer häufiger zu Datenschutzverletzungen kommt.
„Wir haben Hinweise darauf, dass es vermehrt missbräuchliche Datenverwendung im Betrieb gibt.“ (Dr.in Eva Angerler in einem Zeit im Bild-Beitrag am 05.12.2009, nachzusehen in der ORF-TVthek.)
Die GPA-djp tritt seit Jahren für einen Ausbau des betrieblichen Datenschutzes ein. Eine der Hauptforderungen: die gesetzliche Verankerung von betrieblichen Datenschutzbeauftragten.
Im heutigen Ö1 Mittagsjournal fordern nunmehr auch Wilhelm Haberzettel, Konzernbetriebsrat der ÖBB, und SPÖ-Nationalratsabgeordneter Johann Maier eine Verschärfung der gesetzlichen Bestimmungen zum Datenschutz im Betrieb (mehr dazu hier).
In diesem Zusammenhang sei vor allem daran erinnert, dass die Novelle zum Datenschutzgesetz 2000 (DSG-Novelle 2010) derzeit die parlamentarischen Ausschüsse durchläuft, wobei der derzeitige Stand der Verhandlungen weitgehend unklar ist. Fest steht nur, dass der im ursprünglichen Entwurf vorgesehene betriebliche Datenschutzbeauftragte in der im Frühjahr 2009 zur Begutachtung vorgelegten Fassung nicht mehr enthalten war. Die ArbeitnehmerInnenvertretungen haben zum Ministerialentwurf eindeutig Stellung bezogen (ÖGB-Stellungnahme, AK-Stellungnahme). Die aktuelle Diskussion führt die Problemfelder nicht nur einer breiteren Öffentlichkeit vor Augen, sondern zeigt auch, dass wir mit unseren Anliegen und Forderungen richtig liegen.
Weitere Links:
Der heutige Club 2 (23.09.2009, 23.00, ORF 2) steht unter dem Titel
„DER CHEF ALS SPITZEL – ÜBERWACHUNG AM ARBEITSPLATZ“
und beschäftigt sich nicht nur mit den aktuellen Vorfällen rund um die Speicherung von Krankenstandsdaten bei den ÖBB, sondern auch darüber hinaus mit dem Themenbereich betrieblicher Datenschutz und insbesondere der MitarbeiterInnenkontrolle bzw. -überwachung. Der „Dauerbrenner“ in unserer Beratung wird damit nun auch in der medialen Öffentlichkeit breiter und intensiver diskutiert – höchste Zeit wie wir meinen!
Vertreter der ÖBB sowie Enthüllungsjournalist Günter Wallraff und andere zu Gast im CLUB 2 – Studio.
Das Sammeln und Speichern von Krankenstandsdaten in großem Umfang wurde bei den ÖBB aufgedeckt. Eisenbahner wurden angeblich während des Krankenstandes zu Hause kontrolliert und nach Ende ihrer Krankenstände zu den genauen Ursachen befragt.
Doch die ÖBB ist in Sachen Mitarbeiterkontrolle kein Einzelfall. So sehen Privatdetektive steigende Auftragszahlen bei der Überwachungen von Krankenständen und der Überprüfungen zukünftiger Mitarbeiter. Spionage-Software wird zu Kontrollen des Mailverkehrs verwendet und Kameras zur Überwachung der Mitarbeiter wurden in Betrieben in Deutschland und Österreich aufgedeckt.
Wie sehr werden Arbeitnehmer überwacht, wie gläsern ist der Mitarbeiter von heute geworden, wie viel geben wir freiwillig preis von uns in Internet und Social Networks? Und erhöht diese Durchleuchtung und Kontrolle den Druck auf die Arbeitnehmer?
Dazu diskutieren bei Corinna Milbornu.a.:Günter Wallraff
EnthüllungsjournalistWilhelm Haberzettl
Konzernbetriebsrat ÖBBErich Möchel
Technikjournalist, DatenschützerBernhard Maier
Berufsdetektiv, Schwerpunkt Mitarbeiterkontrolle
Krankenstandsrückkehrgespräche keine geeignetes Mittel zur Gesundheitsförderung
Soziale Kompetenz von Führungskräften gefragt
GPA-djp-Presseaussendung vom 18.09.2009
„Das Thema verpflichtender Krankenstandsrückkehrgespräche hat durch den jüngsten Fall der ÖBB nun eine breitere Öffentlichkeit erhalten. Arbeitgeber verlangen von ihren Führungskräften nach Krankenständen der ArbeitnehmerInnen verpflichtende Gespräche zu führen. Für die Gewerkschaft der Privatangestellten, Druck, Journalismus, Papier (GPA-djp) ist jedoch dieses Vorgangsweise nicht geeignet, um das Arbeitsklima und Gesundheitszustand zu verbessern bzw. die Krankenstände zu reduzieren.
Krankenstandsrückkehrgespräche sind Gespräche, die ArbeitnehmerInnen nach einem Krankenstand mit ihrem/ihrer Vorgesetzten über Ursachen und Auswirkungen ihrer Erkrankung führen müssen. Unternehmen begründen dies damit, dass Führungskräfte nützliche Informationen zu Hintergründen krankmachender Faktoren im Arbeitsumfeld und damit Wissen für konkrete Ansatzpunkte für ein effektives betriebliches Gesundheitswesen erwerben können.
‘An sich wäre der Vorsatz, ein gutes betriebliches Gesundheitswesen zu etablieren, zu begrüßen. Ob solche Gespräche das geeignete Mittel sind, ist allerdings mehr als zweifelhaft. Krankenstandsrückkehrgespräche setzen ArbeitnehmerInnen unter Druck, weil sie oft ein Klima des Misstrauens erzeugen und sind arbeitsrechtlich zu hinterfragen. Die Gefahr ist hoch, dass ArbeitnehmerInnen lieber krank zur Arbeit erscheinen, als sich einem solchen Gespräch zu unterziehen. Gesundheitliche Beeinträchtigungen und chronische Erkrankungen sind dann erst recht die Folge’, ist die Leiterin der Bundesrechtsabteilung der GPA-djp Andrea Komar überzeugt.
Dazu kommt, dass Führungskräften oft die Voraussetzungen bzw. die soziale Kompetenz für ein so heikles Gespräch fehlt und sie dazu verleitet werden, das Instrument als Disziplinierungsmaßnahme einzusetzen.
‘Eine offene Unternehmenskultur und ein gesundheitsförderndes Arbeitsumfeld tragen sehr viel mehr zur Reduktion von Erkrankungen bei als aufgezwungene Krankenstandsrückkehrgespräche bei. Die alarmierende Entwicklung in Richtung zunehmender stressbedingter arbeitsbezogener Erkrankungen bei gleichzeitig abnehmenden Krankenständen wird durch die Rückkehrgespräche eher gefördert’, ergänzt Eva Angerler von GPA-djp Abteilung Arbeit und Technik.
ArbeitnehmerInnen, die Beratung zu diesem Thema suchen, können sich an die GPA-djp wenden 05 0301 – 301.“
Zur Erinnerung: Gesundheitsdaten sind sensible Daten gemäß § 4 Z 2 DSG 2000 und damit „besonders schutzwürdig“.
Den Rest des Beitrags lesen »

Ist in einem Unternehmen die Einführung einer Videoüberwachung geplant, so handelt es sich um eine Kontrollmaßnahme, die die Menschenwürde berührt, und daher gemäß § 96 Abs 1 Z 3 ArbVG nur mit Zustimmung des Betriebsrates eingesetzt werden darf. Der Betriebsrat hat hier also ein starkes Mitbestimmungsrecht. In Betrieben, in denen es keinen Betriebsrat gibt, muss der Arbeitgeber von jeder/jedem einzelnen MitarbeiterIn die Zustimmung zu dieser Maßnahme einholen.
Darüber hinaus muss für die Videoüberwachung die Genehmigung der Datenschutzkommission (nach § 16 Abs 2 DSG) sowie die Registrierung im Datenverarbeitungsregister eingeholt werden.
Diese grundlegenden Voraussetzungen müssen erfüllt sein, bevor eine Videoüberwachung im Betrieb aufgenommen werden darf.
Artikel von Christian Resei
aus ‘Solidarität Nr. 918′
Wer denkt, dass einzig der E-Mail-Verkehr überwacht werden kann, irrt gewaltig. Jeder Arbeitsschritt und jede Pause können dokumentiert werden. Ein neues Buch zeigt, was ArbeitnehmerInnen und -geberInnen erlaubt und was verboten ist. [Wir haben das Buch hier schon präsentiert.]
Lauschangriff. Der große Bruder wacht. Bei Travel Value Wien, den früheren Duty Free Shops, wurden Kameras in den Geschäften installiert. „Angeblich sind die Kameras nur da, um Diebstähle zu verhindern“, berichtet Thomas Kreiml von der Abteilung Arbeit und Technik bei der GPA-djp.
In der Tat gab es in Budapest Überfälle auf die Travel-Value-Filiale. Doch einige Kameras zeigten vor allem die Arbeitsbereiche der Belegschaft. „Das Argument des Sicherheitsaspektes konnte hier nicht wirklich aufrecht erhalten werden“, erklärt Thomas Kreiml.
Durch Intervention der GPA-djp wurden deshalb einige Sicherheitskameras wieder abmontiert. „Doch die übrigen Kameras sind derzeit nicht aktiv. Denn die Datenschutzkommission hat die Anlage nicht gebilligt“, stellt Ashwani Scharna, Betriebsrats-Vorsitzender von Travel Value Wien, klar.